Ressourcen: Forschung

Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse

Biokraftstoffe
Neue alternative Kraftstoffe aus Biomasse dürfen nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung stehen.

Interdisziplinäres Forschungsteam sucht nach Lösungen zur nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen

Rund 20 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland gehen auf das Konto des Verkehrssektors. Im Exzellenzcluster „Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse“ an der RWTH Aachen arbeitet ein interdisziplinäres Forschungsteam an einer Lösung: Sie wollen aus Biomassebestandteilen Kraftstoffe herstellen, die sich sowohl nachhaltig herstellen als auch extrem effizient und sauber verbrennen lassen. Dies würdigte auch die KlimaExpo.NRW und nahm das Projekt am Donnerstag im Rahmen der „TMFB International Conference“ (Tailor-Made Fuels from Biomass) offiziell in die Riege der Vorreiter für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen auf.

Es gibt zahlreiche Ansätze, erneuerbare Energien für den Verkehrssektor nutzbar zu machen. Die Umwandlung von Biomasse in flüssige Kraftstoffe gehört dabei zu den spannendsten aber gleichzeitig auch anspruchsvollsten Ansätzen. Im Exzellenzcluster „Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse” an der RWTH Aachen beschäftigen sich seit 2007 mehr als 70 Forscherinnen und Forscher mit der Herausforderung, neue alternative Kraftstoffe aus Biomasse zu entwickeln, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung stehen. Bis 2017 soll der Prozess als interdisziplinäres Werkzeug zur Identifikation nachhaltiger Kraftstoffe etabliert sein und drei bis vier Beispielkraftstoffe entwickelt worden sein. Bereits jetzt konnte die Methodik des „Fuel Designs“ anhand mehrerer neuartiger Kraftstoffe erfolgreich demonstriert werden.

Vor internationalem Publikum geehrt

Kennzeichnend für das Projekt ist sein interdisziplinärer Ansatz. „In unserem Forschungscluster kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen. Durch die Zusammenarbeit von Chemie, Biologie, Verfahrenstechnik, Maschinenbau und angrenzenden Forschungsbereichen entstehen vielfältige neue Ideen, die wir gemeinsam umsetzen wollen“, so Professor Stefan Pischinger, Sprecher des Clusters. Einen Beitrag dazu leistet auch die internationale Konferenz, die im Rahmen des Projekts vom 23. bis zum 25. Juni 2015 bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. Renommierte Biokraftstoff-Forscherinnen und Forscher aus aller Welt waren in Aachen zu Gast, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und sich auszutauschen.

Als feierlicher Höhepunkt zum Abschluss der Konferenz überreichte die KlimaExpo.NRW am Donnerstag vor diesem internationalen Publikum die Urkunde, die das Projekt nun offiziell zum Vorreiter für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfahlen macht, an Professor Stefan Pischinger. „Mit der ganzheitlichen Herangehensweise an das Thema alternative Kraftstoffe nimmt das Projekt eine Vorreiterrolle ein und ist damit im wahrsten Sinne des Wortes Fortschrittsmotor für NRW“, betonte Jessica Bobinis, Projektmanagerin bei der KlimaExpo.NRW.

Die Region Aachen ist regionaler Partner der KlimaExpo.NRW. Geschäftsführer Ulrich Schirowski gratulierte dem Cluster: „Der Exzellenzcluster verbindet mit diesem Projekt auf vorbildliche Weise technischen Fortschritt und Klimaschutz. Wir freuen uns, dass diese herausragende Forschungskompetenz honoriert wird.“

Weitere Informationen:
Klimaexpo-NRW


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