Transforming Cities

Mit Vielfalt statt Standardisierung zu ökologischer Stadtentwicklung

Eco City
Es gibt viele verschiedene Konzepte für eine ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung.

Weltweit verfolgen immer mehr Initiativen eine „grüne“ Stadtentwicklung. Internationales Netzwerk untersucht Eco-City-Indikatoren.

Mit einer Konferenz hat das internationale Netzwerk „Tomorrow’s City Today – Eco-City Indicators, Standards and Frameworks“ Mitte Juni die erste Phase seiner wissenschaftlichen Projektzusammenarbeit abgeschlossen. Die Netzwerkpartner, darunter auch das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), haben die wachsende Zahl der Indikatoren- und Bewertungssysteme für eine „grüne“, also ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung unter die Lupe genommen.

Weltweit verfolgen immer mehr Initiativen eine „grüne“ Stadtentwicklung. Die Indikatoren und Konzepte, die dabei als Grundlage dienen, sind sehr vielfältig und verschieden. Einheitliche Standards oder Zertifizierungssysteme fehlen bisher. Das internationale Netzwerk „Tomorrow’s City Today – Eco-City Indicators, Standards and Frameworks“ hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 40 dieser Konzepte für ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung systematisch untersucht und verglichen.

Die Ergebnisse wurden Mitte Juni auf einer Konferenz in London vorgestellt. Demnach sei zu erwarten, dass die Vielfalt der Konzepte und Bewertungssysteme auch künftig zunehmen wird und eine Standardisierung eher schwierig ist. Dies sei jedoch keineswegs negativ zu sehen. Denn neue Initiativen und Konzepte tragen zum Wissenszuwachs und zu Innovationen in der nachhaltigen Entwicklung von Städten bei. Wichtig sei es allerdings, die Entwicklungen auch künftig im Auge zu behalten, um sicherzustellen, dass neue Indikatoren und Konzepte auch tatsächlich zu mehr Nachhaltigkeit und zu einem besseren Leben in den Städten führen.

Neben den Netzwerk-Partnern aus Europa, Asien und Nordamerika nahmen an der Konferenz in London auch einige Pioniere der nachhaltigen Entwicklung teil. So zählte Richard Register zu den Rednern. Der Amerikaner hatte bereits 1987 mit seinem Buch „Ecocity Berkeley: Building cities for a healthy future“ eine internationale Diskussion über ökologische Stadtentwicklung angeregt und gilt heute als „Vater“ des Eco-City-Konzepts. Mit Bill Rees gehört außerdem ein Mitbegründer des Konzepts des „ökologischen Fußabdrucks“ zum Netzwerk. Er brachte vor allem den Ressourcenaspekt in die Diskussion um ökologische Stadtentwicklung ein.

Für die Arbeit des IÖR, das sich intensiv mit Fragen der ökologischen Stadtentwicklung auseinandersetzt und sich prominent an der Diskussion um „Grüne Städte“ beteiligt, war die Konferenz ein Meilenstein, schätzt Bernhard Müller, Direktor des Institutes, ein. „Die Konferenz hat der Diskussion um ‚Grüne Städte‘, die in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt, einen internationalen Rahmen gegeben. Dabei zeigt sich, dass deutsche Städte und Gemeinden, die durchaus gute Ansätze einer ökologischen Stadtentwicklung verfolgen, viel zu defensiv mit ihren Erfahrungen umgehen“, sagt Müller. Mit Verweis auf das Beispiel Kopenhagen, das bei der Konferenz große Beachtung fand, empfiehlt er deutschen Kommunen: „Städte und Gemeinden in Deutschland sollten sich nicht scheuen, in einen internationalen Wettbewerb um gute Idee und Handlungsansätze einzutreten. Das beinhaltet auch ein Monitoring anhand vergleichbarer und überprüfbarer Indikatoren.“

Wie diese künftig aussehen könnten, wird das Netzwerk bei seiner weiteren Arbeit und in neuen Projekten untersuchen.

Weitere Informationen:
Internetseite des Leverhulme International Network „Tomorrow’s City Today – An International Comparison of Eco-City Frameworks“


 

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