Ressourcen: Projekte

Knappe Wasserressourcen im Unteren Jordantal optimal nutzen

Dezentrale Abwasserbehandlung in Fuheis, Jordanien
Demonstrationsanlage zur dezentralen Abwasseraufbereitung in Fuheis bei Amman in Jordanien. © André Künzelmann/UFZ

BMBF-Forschungsprojekt SMART-MOVE fördert effiziente Wasserbewirtschaftung im Nahen Osten

Die knapper werdenden Wasserressourcen in der Region des Unteren Jordantales sind eine große Herausforderung für die lokale Bevölkerung und die regionalen Ökosysteme. Daher untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem multilateralen Verbundprojekt „Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies“ (SMART) seit dem Jahr 2006 Möglichkeiten, wie die noch vorhandenen Wasserressourcen besser genutzt werden können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt die finale Projektphase unter dem Titel SMART-MOVE bewilligt und fördert diese in den kommenden drei Jahren mit insgesamt rund 4,5 Millionen Euro. Koordiniert wird das Projekt von der Abteilung Angewandte Geologie der Universität Göttingen. Zum Auftakttreffen Mitte Juni kamen rund 50 Teilnehmer aus Deutschland und der Projektregion in Göttingen zusammen.

Integriertes Wasserressourcen-Management

„Wir erkunden die zeitliche und räumliche Variabilität von Grundwasser, betreiben die Implementierung von Konzepten zur dezentralen Abwasserbehandlung und zum Grundwasserschutz und planen eine funkgesteuerte Überwachung von Menge und Qualität der Grund- und Oberflächenwässer entlang der steilen und karg bewachsenen Seitentäler des Jordans“, erklärt der Göttinger Hydrogeologe Prof. Dr. Martin Sauter, Leiter der Abteilung Angewandte Geologie. Mithilfe der Messungen untersucht sein Team unter anderem die natürlichen Einflüsse auf die Wasserressourcen, die zum Beispiel durch lang anhaltende Dürreperioden und Starkniederschläge bestimmt werden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für eine effizientere Nutzung. Beispielsweise soll geklärt werden, ob das Wasser unterirdisch gespeichert werden könnte. „Durch künstliche Grundwasseranreicherung und unterirdische Wasserspeicherung an hydrogeologisch günstigen Standorten kann das Wasserangebot besser an den zeitlich schwankenden Wasserbedarf angepasst werden“, so Prof. Sauter. Weiterhin erstellt das Projekt einen Leitfaden, in dem beschrieben wird, wie die in der Region reichlich vorhandenen salzigen Grundwässer verstärkt genutzt und aufbereitet werden können.

Besonders bedroht sind die Grundwasserressourcen der Region durch die Verunreinigung durch Abwässer. Hierfür sollen Vorschläge zur Abhilfe erarbeitet werden: „Wir testen Frühwarnsysteme für Grundwasserquellen und deren Verschmutzungsempfindlichkeit und erstellen wissenschaftliche Grundlagen für einen effektiven Grundwasserschutz“, sagt Prof. Sauter. Um den Schadstoffeintrag direkt zu reduzieren, hatte man sich bei dem Projekt in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, dass großräumig dezentrale Kläranlagen eingeführt werden. Gestützt auf die Erfahrungen an der vom Projekt aufgebauten Demonstrationsanlage in Fuheis (Jordanien) und zehn weiterer Pilotanlagen im Land treibt die Forschergruppe nun gemeinsam mit den lokalen Ministerien Novellierungen der nationalen Abwasserverordnungen voran. Außerdem sollen die Produkte deutscher Hersteller, wie zum Beispiel Kleinkläranlagen, Dateninformationssysteme und Entsalzungsanlagen, für die Anwendung in halbtrockenen Klimaten optimiert werden.

Neben dem Karlsruher Institut für Technologie und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig sind 20 weitere Partnerorganisationen und -einrichtungen aus Deutschland, Israel, Jordanien und den palästinensischen Gebieten beteiligt. Auch lokale Entscheidungsträger, wie Ministerien und Wasserversorgungsbetriebe, sowie Unternehmen, insbesondere Technologieanbieter, sind involviert. SMART-MOVE ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“.

Weitere Informationen:
Wasserressourcen Management
Uni Göttingen


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