Transforming Cities

IESE-Index: Wie zukunftsfähig sind deutsche Großstädte?

IESE-Index
© pixabay

Cities in Motion Forschungsplattform unterstützt Bürgermeister, Stadtverwaltungen, private Unternehmen und Interessengruppen dabei, die Lebensqualität ihrer Städte zu verbessern

54 Prozent der Weltbevölkerung leben heute in Städten, 2050 werden es 75 Prozent sein. Der Cities in Motion Index (CIMI) bewertet zum vierten Mal in Folge die Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität von 180 Großstädten in 80 Ländern. Der CIMI gilt als eine der besonders breit angelegten Studien weltweit, was die ausgewertete Datenmenge und die geografische Abdeckung betrifft. Von sieben gelisteten deutschen Städten erreichten fünf die Top 50.

Deutsche Städte im Index

9. Berlin (+3)
19. München (-1)
34. Hamburg (+1)
36. Frankfurt (-1)
45. Stuttgart (-1)
60. Köln (-14)
97. Duisburg (-24)

Spitzenplätze für New York, London, Paris

New York, London und Paris führen bei der vierten Edition von IESE’s Cities in Motion Index (CIMI) – mit Spitzenergebnissen in fast allen im Index gelisteten Kategorien. Als weltweit wichtigster Wirtschaftshub steht New York in der Kategorie Wirtschaft auf Platz eins und in der Kategorie Technologie auf dem zweiten Platz. London punktet beim Thema Mobilität und Transport sowie International Impact. Als Stadt mit der höchsten Anzahl von Universitäten und Business Schools konnte London auch in der Kategorie Humankapital punkten. Als weltweit beliebtestes Reiseziel liegt Paris beim International Impact vorn.

Kollektive Anstrengung

Globalisierung in Verbindung mit kontinuierlichem Einwohnerzuwachs in den Städten stelle diese inzwischen vor Herausforderungen, die ihre Nachhaltigkeit gefährde, so Professor Berrone. Zu den Problemen zählten demografische Alterung, Flüchtlingsströme, soziale Ungleichheit, Luftverschmutzung sowie Energie-Ineffizienz. „Das sind alles komplexe Probleme. Die Städte müssen ihre Strategien überprüfen und ihre Prioritäten neu bestimmen – sie müssen entscheiden, wie sie sich weiterentwickeln wollen“. Die Transformation einer Stadt könne nicht durch Einzelne geleistet werden, sondern sei eine kollektive Anstrengung, für die die Zusammenarbeit unterschiedlicher Stakeholder (z.B. staatliche Stellen, private Investoren, Bildungseinrichtungen, gemeinnützige Organisationen) unerlässlich sei.

Kategorien des Index

IESE-Professoren Joan Enric Ricart und Pascual Berrone verwendeten insgesamt 79 Indikatoren für die folgenden zehn Bereiche:

  • Governance (Effektivität staatlicher Interventionen)
  • Stadtplanung
  • Öffentliche Verwaltung (Effizienz der Verwaltung)
  • Internationale Vernetzung (Tourismus und ausländische Investitionen)
  • Umwelt
  • Technologie
  • Sozialer Zusammenhalt (Konsens unter den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen einer Stadt)
  • Mobilität und Verkehr (Bewegungsfreiheit und Zugang zu öffentlichen Diensten)
  • Humankapital (Entwicklung, Anziehung und Pflege von Talenten) und
  • Wirtschaft (wirtschaftliche Entwicklung)
Top Ten

Unter den Top Ten folgen den Platzsiegern drei weitere amerikanische Städte (Boston Platz 4, San Francisco Platz 5 und Washington, D.C. Platz 6), Seoul und Tokio liegen auf Platz 7 und 8, gefolgt von zwei weiteren europäischen Städten (Berlin Platz 9 und Amsterdam Platz 10).

  1. New York City
  2. London
  3. Paris
  4. Boston
  5. San Francisco
  6. Washington, D.C.
  7. Seoul
  8. Tokyo
  9. Berlin
  10. Amsterdam

Die Schlusslichter des Rankings bilden Lagos (Nigeria) und Karachi (Pakistan). Beide zeigen schlechte Performance in fast allen Dimensionen.

Sieger nach Kategorien
  • Governance Ottawa (Kanada)
  • Stadtplanung Amsterdam (Niederlande)
  • öffentliche Verwaltung Genf (Schweiz)
  • Technologie Taipei (Taiwan)
  • Umwelt Zürich (Schweiz) und Tallin (Estland)
  • International Impact Paris (Frankreich)
  • Sozialer Zusammenhalt Helsinki (Finnland)
  • Mobilität und Transport London (UK)
  • Humankapital London (UK)
  • Wirtschaft New York (US)

Weitere Informationen:
www.iese.edu


Über IESE Cities in Motion

Die IESE Cities in Motion Strategies Forschungsplattform wurde vom Center for Globalization and Strategy und dem Department of Strategy der IESE Business School ins Leben gerufen.

Geleitet wird IESE Cities in Motion Strategies von Professor Pascual Berrone (Schneider Electric Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Strategie) sowie von Professor Joan Enric Ricart (Carl Schroeder Lehrstuhl für Strategisches Management). Die Plattform vernetzt weltweit Stadtverwaltungen sowie Experten für Stadtentwicklung und spezialisierte Privatunternehmen. Hauptziel ist, innovative Strategien zu entwickeln und damit immer mehr Städte zu Smart Cities zu transformieren, die auch nachhaltig wirtschaften.

Über IESE

Die IESE Business School gehört mit Standorten in Barcelona, Madrid, München, New York City und São Paulo zu den führenden Business Schools der Welt. Vor mehr als 50 Jahren brachte sie als Vorreiterin in der Ausbildung von Führungskräften „Executive Education“ nach Europa. IESE unterscheidet sich von anderen Bildungsinstitutionen durch ihren ganzheitlichen Managementansatz, ihre ausgesprochen internationale Ausrichtung sowie einen unmittelbaren Praxisbezug. Mehr als 110 Vollzeit-Professoren lehren heute in IESE-Programmen auf fünf Kontinenten. In Deutschland bietet die Business School seit zwölf Jahren Programme für die oberste Führungsebene an (AMP Munich), seit fünf Jahren für die zweite Führungsebene (PMD Munich). Seit Sommer 2015 führt IESE diese und andere Programme am eigenen Campus in München durch.

Im aktuellen Financial Times Executive Education Ranking 2017 steht IESE zum dritten Mal in Folge weltweit auf Platz 1.


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