Kommunikation: Projekte

Strategien für den digitalen Wandel

Smart Phone
Mit zunehmender Digitalisierung verändern sich Strukturen und Prozesse in Gesellschaft und Wirtschaft.

Innovationszentrum an der LMU zur Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich Digitalisierung gegründet

Der digitale Wandel verändert alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Er erfasst nicht nur einzelne Medien, sondern ganze Prozesse und Branchen: Damit die Wirtschaft die digitale Transformation bewältigen kann, müssen Netzinfrastruktur, Zuschnitt der Plattformen und Bandbreite stimmen, um Daten zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gelangen zu lassen. Zur besseren Vernetzung von Wissenschaft und Industrie bei diesen Fragestellungen entsteht an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) derzeit das „Innovationszentrum Mobiles Internet“.

Das Vorhaben ist Bestandteil des „Zentrums Digitalisierung.Bayern“ (ZD.B), einer Forschungs-, Kooperations- und Gründerplattform, die Aktivitäten im Bereich Digitalisierung bündeln soll. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie fördert die Einrichtung in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt rund fünf Millionen Euro. Rund zwei Millionen Euro zusätzlich wird das Netzwerk aus Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen einwerben.

Leiterin des Großprojektes ist Prof. Dr. Claudia Linnhoff-Popien, Inhaberin des Lehrstuhls für Mobile und Verteilte Systeme an der LMU. An dem LMU-Zentrum beteiligen sich als Partner aus der Wirtschaft zunächst unter anderem die Unternehmen Allianz SE beim Thema Cyber Security, die Siemens AG beim Engineering Dezentraler Systeme und die Flughafen München GmbH zu Themen Digitalisierung des Endkundenkontaktes und Tracking von Gepäck.

Rund 20 Mitarbeiter werden im neuen Innovationszentrum künftig zentrale Aspekte mobiler Internetnutzung erforschen, Wertschöpfungspotenziale erschließen und innovative Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft erarbeiten. Darüber hinaus plant das Netzwerk, mit anderen Kompetenzzentren sowie weiteren Partnern zusammenzuarbeiten und Gründerunternehmen ein Sprungbrett in die Wirtschaft zu bieten. Im Vorfeld hat der Lehrstuhl bereits das IuK-Leitprojekt „Mobiles Internet der Zukunft“ durchgeführt. Projektbegleitend erschien das Sachbuch „Marktplätze im Umbruch“ im Springer Verlag. „Nicht zuletzt die Zahl von knapp 120.000 Kapitel-Downloads in nur zwölf Wochen signalisiert, dass das Interesse von Firmen an digitalen Strategien für das Mobile Internet immens ist“, sagt Claudia Linnhoff-Popien.

Das Innovationszentrum wird auf vier Themengebieten arbeiten:

  • Mobiles Internet: Im Mittelpunkt stehen die mobile, breitbandige und flächendeckende Kommunikation sowie die Verarbeitung ortsbezogener Informationen in sogenannten Wearables, das sind Mini-PCs, die direkt am Körper getragen werden oder in der Kleidung integriert sind.
  • Logistik und Tracking: Auf diesem Feld beschäftigen sich die Forscher mit der Erfassung, Verarbeitung, Verwaltung, Analyse und Visualisierung von Ortsdaten sowie deren Integration in Geschäftsprozesse und IT-Systeme.
  • Smart City: Dabei geht es um die Transformation des öffentlichen Raums mittels digitaler Technologien. Ein Anwendungsfeld ist zusätzlich zu Smart Home auch die IT im öffentlichen Raum, mit Themen wie Datenschutz und Smart Health, sowie Automatisierung im öffentlichen Raum. Dabei geht es beispielsweise um das autonome Fahren oder die Digitalisierung der Lehre.
  • Cyber Security: Im Mittelpunkt stehen Sicherheitstechnologien, die beispielsweise die Privatsphäre schützen oder die sichere Nutzung von Geräten und Anlagen erlauben. Das betrifft die elektronische Identifikation, zum Beispiel bei mobilen und stationären Geräten in Büros und Fabriken oder auch bei der Kommunikation von Maschine zu Maschine.

Weitere Informationen:
Mobiles Internet


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