Transforming Cities

Stress and the City

Stress and the City
Cover. © C. Bertelsmann Verlag. Mazda Adli fordert den Erhalt urbaner Kultur und Zivilität - auch als Mittel gegen Stadtstress. © Fliedner Klinik Berlin / Annette Koroll

Warum Städte uns krank machen – und warum sie trotzdem gut für uns sind

Nach der Veröffentlichung des Artikels „Neurourbanism: towards a new dicipline“ in THE LANCET Psychiatriy, erschien Anfang des Monats nun das neue Buch Stress and the City. Warum Städte uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind. von Mazda Adli bei c. bertelsmann. Angesichts der rasanten Verstädterung unserer Welt und einem höheren Risiko für Stressfolgeerkrankungen bei Stadtbewohnern, fordert der Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin den Erhalt von urbaner Kultur und Zivilität in unseren Städten.

Machen Städte krank? Schadet Stadtleben unserer Psyche? Macht nur Landleben glücklich? Provokante Fragen mit brisantem Hintergrund. Denn 2050 werden rund siebzig Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Immer mehr Millionenstädte verändern das Gesicht der Erde. Sie sind die Zentren unserer Gesellschaften. Die Menschen profitieren von der Vielfalt, den kulturellen Ressourcen und den Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung. Gleichzeitig prägen Dichte, Lärm, Hektik, Gewalt und Anonymität den urbanen Alltag. Der Arzt und Psychiater Mazda Adli fragt, wie unser Gehirn auf die permanenten Reize in der Stadt reagiert und ob uns sozialer Stadtstress krank machen kann. Urbanisierung, so sein Fazit, wird sich für unsere Gesundheit als mindestens so relevant erweisen wie der Klimawandel. Gesunde Städte zu formen wird deshalb eine immer dringendere sozial- und gesundheitspolitische Notwendigkeit.

 Adli plädiert für eine Neurourbanistik, einen interdisziplinären Ansatz für Wissenschaft, Kultur und Politik, um neue Visionen für unsere Städte zu entwerfen. Er sagt: Städte sind gut für uns – wir müssen nur lernen, sie zu lebenswerten Orten zu machen.


Zur Person:

Mazda Adli ist Psychiater und Psychotherapeut. Er ist Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen an der Charité. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen die Stress- und Depressionsforschung. Nach dem Medizinstudium war er Assistenzarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité am Campus Mitte. 2009 war Adli als Executive Director einer der Initiatoren des World Health Summit. 2010 habilitierte er sich an der Charité. Sein neuestes Projekt ist das interdisziplinäre Forum Neurourbanistik, das er gemeinsam mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft sowie Neurowissenschaftlern, Architekten und Stadtforschern gegründet hat.


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