Stadtraum

„Kreative und ‚ihre‘ Stadt“ am Beispiel Braunschweig

„Kreative und ‚ihre‘ Stadt“ am Beispiel Braunschweig
Hamburger Kreative fordern das Recht auf Stadt ein. © Brigitte Wotha

Angewandte Forschung an der Ostfalia Hochschule: Betrachtung kreativ-urbane Milieus am Beispiel der Stadt Braunschweig

Städte und Regionen stehen heute vor vielfältigen und teils völlig neuen Herausforderungen. In Zeiten der Globalisierung, des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft und des demografischen Wandels bedarf es eines Umdenkens in der Stadtentwicklung und -planung. Dies trifft auch auf die Metropolregion Salzgitter-Braunschweig-Wolfsburg-Hannover-Göttingen zu, in der vielfältige Prozesse des Wachsens und Schrumpfens eng nebeneinander stattfinden.

Das vom Land Niedersachsen durch das Förderprogramm „Pro Niedersachsen“ mit rund 200.000 Euro geförderte Forschungsprojekt „Kreative und ‚ihre‘ Stadt“ am Institut für Tourismus- und Regionalforschung der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften beschäftigt sich derzeit mit Fragen, die das kreativ-urbane Milieu der Stadt Braunschweig betreffen. Unter Leitung der Professorinnen Dr. Brigitte Wotha und Dr. Grit Leßmann werden mit Hilfe von Netzwerkanalysen und qualitativen Interviews von der Projektmitarbeiterin und Geografin Katharina Bingel neue Wege in der Stadtentwicklung gesucht. Neben ihrer Projektarbeit schreibt die 32-jährige an ihrer Dissertation zum Thema „Genese und Bedeutung Dritter Orte für kreativ-urbane Milieus in gendersensibler Betrachtung am Beispiel der Stadt Braunschweig“.

Sowohl im Projekt als auch in der Dissertation gilt es folgende Fragen zu klären: Wer sind eigentlich diese Kreativen? Was macht Städte interessant für sie? Wieso gelten manche Städte als hipper Place-to-be und andere nicht? Welche konkreten Orte innerhalb der Städte sind attraktiv für Kreative und Kulturschaffende? Wie können deren Potenziale in die Stadtentwicklung eingebracht werden, welche Voraussetzungen müssen dafür bestehen, welche Impulse braucht es? Wie müssen Städte beschaffen sein, damit alle gut in ihnen leben können? Und was bedeutet dies für eine nachhaltige Stadtentwicklungsplanung?

„Städte sind darauf angewiesen, dass Einwohnerinnen und Einwohner ihr Wissen und ihre Kreativität einbringen, um zu vermeiden, dass sich Städte an den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Bewohnerschaft vorbei entwickeln. Gerade in Bezug auf kreative, urbane Milieus kommt es auf die Bereitschaft an, ein Steuern und Gesteuert-Werden von Stadtentwicklung zuzulassen. Traditionelle Planungs- und Beteiligungsinstrumente erscheinen dafür ungeeignet. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung kommt es darauf an, entsprechende Partizipationsformate gemeinsam mit den Betroffenen zu entwickeln und sie individuell auf lokale Bedürfnisse hin abzustimmen“, sagt Katharina Bingel.

Auch der praxisorientierte Bachelorstudiengang Stadt- und Regionalmanagement an der Ostfalia befasst sich mit diesen Themen und erarbeitet in studentischen Projekten Lösungen für eine zukunftsträchtige Positionierung hiesiger Regionen und Städte. Studierende lernen, wie durch aktives Management den aktuellen Wandlungstendenzen begegnet werden kann und so auch zukünftig attraktive Standorte für die verschiedenen Anspruchsgruppen entstehen.

Weitere Informationen:
www.ostfalia.de


Spielraum – Urbane Transformationen gestalten

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